Maria Königin, Lingen & St. Marien, Lingen-Biene

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Team der Kinder-Trauergruppe im Dekanat Emsland-Süd aus Lingen gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

Alle drei Wochen trifft sich die Kinder-Trauergruppe für zwei Stunden. Ein Rahmen gestaltet die Zeit, am Anfang steht immer ein kleines Ritual. Die Kinder bringen mit, was sie beschäftigt. Die Räumlichkeiten in der Kindertagesstätte bieten ihnen ausreichend Möglichkeiten sowohl für Rückzug als auch für Herumtoben. Es wird viel gespielt und gelacht, versichert Trauerbegleiterin Alwine Röckener. Wenn Kinder einen Verlust erleiden, kommen sie zunächst mit den Eltern, berichtet Agnes Buschermöhle. Auch sie ist Trauerbegleiterin. Die Erwachsenen sind jedoch in anderen Räumen als die Kinder. Dennoch können die Kinder am Anfang auch noch zum Elternteil gehen, wenn sie dies brauchen. Eine Schatzkiste wird nach dem Tee geöffnet, um die Erinnerung zu pflegen. Was an Erleben mitgebracht wird, bereichert alle.

Ehrenamtlich ist Sonja Herbers dabei. Als sie von dem Angebot las, hatte sie gleich das Gefühl, das könnte zu ihr passen. Der Info-Abend half ihr zur Entscheidung. Ein Kursus bereitete sie auf diese Arbeit vor. Ihr Umgang mit Trauer hat sich dadurch verändert - und ihr tut die Arbeit gut, sagt sie überzeugt. Sie arbeitet mit der Erwachsenengruppe und hört dort immer wieder davon, wie anders Kinder trauern. Das bestätigt auch Alwine Röckener. Kinder können sich nicht einfach hinsetzen und drauflos reden, deshalb bedarf es verschiedener Angebote. Manches Kind ist sehr still und braucht die Rückzugsmöglichkeit oder das Einzelgespräch. Manchmal tut es gut, die anderen Kinder zu erleben. Manchmal ist auch Wut und Aggression da - dann hilft das Austoben. In geschütztem Rahmen können die Kinder begleitet erleben und ausleben, dass es anderen Kindern ebenso geht. Das hilft ihnen bei der Bewältigung der eigenen Trauer.

Sehr bewegend fand Agnes Buschermöhle das Treffen "Reflecting Family". Es war für Kinder und Erwachsene. Ein Kind weinte - und die Erwachsenen waren hilflos. Aber die anderen Kinder zeigten die Verbundenheit der Gruppe. Später saßen die Eltern in der Mitte und erzählten von ihrem Empfinden. Dabei zeigte sich wieder: Kinder bekommen sehr wohl mit, dass ihre Eltern trauern. Ein Junge berichtete davon, dass er wusste, dass sein Vater nachts weinte. Das war ebenso berührend wie tröstlich für alle. Aber auch in den einzelnen Gruppen ergeben sich anrührende Momente. An einem Nachmittag in der Erwachsenengruppe standen alle zusammen und sangen ein Abschlusslied. In diesem Moment dachte Sonja Herbers: "Das ist gut so. Gut, dass du hier bist."

Am Ende der Sendung steht eine Wunschrunde der Gäste: Sonja Herbers wünscht sich, dass weitere betroffene Familien den Mut finden, sich zu melden. Alles findet vertraulich in geschütztem Raum statt. Agnes Buschermöhle wünscht sich für den Trauerbesuchsdienst, das Trauercafé und die Kinder-Trauergruppe noch mehr Leute, die sich ehrenamtlich beteiligen. Alwine Röckener sieht in die Zukunft der katholischen Kirche - sie wünscht sich ein Haus oder einen Ort für Kinder und Jugendliche mit festem Personal, um noch mehr tun zu können.

Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“. Die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de

Für Rückfragen und für die Veröffentlichung dieser Kontaktdaten setzen Sie sich bitte mit Holger Berentzen | Tel.: 05 91-96 49 72 21 | oder per Mail: in Verbindung.

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