Maria Königin, Lingen & St. Marien, Lingen-Biene

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1. Brief von Merlin an die Gemeinde in Biene und Lingen

„Die ersten zwei Wochen sind vergangen. Als ich am Montag, den 03.09.2018, in den Flieger eingestiegen bin, hatte ich so viele Gedanken, die ich gar nicht beschreiben kann. „Schaffe ich das ?“ , „Will ich das wirklich?“, „Wie schlimm wird der Kulturschock sein?“. All das sind Fragen gewesen, die mich am Sonntag im Abschlussgottesdienst noch begleitet haben. Als ich jedoch um 23:11 in Accra, der Hauptstadt von Ghana, gelandet bin, wusste ich eins genau:“Das wird eines der geilsten Abenteuer mit mega vielen Erfahrungen. Ich bin bereit für dieses Jahr voller Erfahrungen und Achterbahnfahrten der Gefühle.

Die ersten drei Tage verbrachten wir in Kumasi, einer zwei Millionen Einwohnerstadt, um den Behördenkrams zu erledigen. Das größte Problem der ersten drei Tage? Den Kulturschock sowie das mir fremde Leben zu akzeptieren und zu verarbeiten, um mich darauf einstellen können, dass dies mein neues Leben für ein Jahr sein wird. Ich lerne aber dadurch umso mehr, die Dinge Zuhause in Deutschland wert zuschätzen. Was in Deutschland unvorstellbar zu sein scheint , ist in dieser Millionenstadt Normalität. Auffallend ist die große Spanne zwischen Arm und Reich. Ein Leben, in dem die ganz Reichen ein Leben oben auf dem Berg führen und die Armen in der Stadt ihre Sachen verkaufen und davon leben.

Am Donnerstag traf ich in meinem neuen Zuhause ein. Der Ort heißt Ho und ist die Hauptstadt der Volta Region( so eine Art Bundesland) im Südosten Ghanas. Ho hat circa 97.000 Einwohner und ist eine sehr schöne Stadt zwischen den Bergen Ghanas.

Am Wochenende habe ich meine Familie so richtig kennengelernt. Ich wohne hier bei einer sehr lieben Familie, die mich sehr herzlich aufgenommen hat. Im Haus selber wohnen zwei Frauen, zwei Männer, ein 8-Jähriger Junge, ein 6- und ein 1-Jähriges Mädchen. Es ist sehr schön hier. Ich habe hier sogar ein eigenes, sehr gemütliches Zimmer :-)
Fazit: Ich fühle mich hier pudelwohl!

Am Montag folgte das erste Gespräch mit dem Schulleiter einer Privatschule hier. Dort sind hauptsächlich Schüler, deren Eltern etwas mehr Geld haben, um eine gute Schule bezahlen zu können. Father William (mein Priester vor Ort und zeitgleich auch Ansprechpartner) hat mich sehr behutsam durch die verschiedenen Schulen geführt und mich bei allen vorgestellt. Auch alle Lehrer haben mich sehr herzlich begrüßt, worüber ich mich sehr gefreut habe.

In dieser Woche habe ich noch eine andere Schule kennengelernt, in der ich in Zukunft auch arbeiten werde. Genauer gesagt ab nächste Woche. Ich werde die Lehrer im ICT (Computer)- Bereich unterstützen. Diese Schule ist von der Sacred Heart Kirchengemeinde vor mehr als 80 Jahren entstanden Hier werden auch Schüler aufgenommen,deren Eltern auf der Strasse leben.

Es ist sehr interessant zu beobachten, wie unterschiedlich ich von den Menschen hier betrachtet werde. Viele Menschen schauen mich an, lachen, winken, umarmen mich, wollen auf den Arm genommen werden (das sind dann hauptsächlich die Kinder), Selfies schießen oder einfach darüber reden, was mich nach Ghana getrieben hat.
Es gibt aber auch andere, die mich böse angucken und nicht mal "hallo" sagen können. Das ist anscheinend normal und wird sich auch wahrscheinlich nie ändern.

Insgesamt fühle mich sehr wohl hier. Ich muss viele Sachen jedoch noch kennen kernen. Das wird wahrscheinlich noch seine Zeit brauchen. Ihr werdet aber weiter von mir hören.

Mit freundlichen Grüßen aus Ghana.

Merlin Janning

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